Wahlwetten trotz Verbot: Polymarket nimmt Einsätze auf Landtagswahlen und Merz Amtszeit an

Die aktuellen Entwicklungen im Mai 2026
Im Mai 2026 zeigen Online-Prediction-Markets wie Polymarket bereits aktive Wettmärkte zu den für September 2026 geplanten Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Berlin sowie Mecklenburg-Vorpommern, während gleichzeitig Wetten auf einen möglichen Rücktritt von Bundeskanzler Friedrich Merz vor 2027 platziert werden können, obwohl deutsches Recht solche Aktivitäten untersagt.
Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder hat die Nutzung dieser Plattformen als illegal eingestuft, doch die Seiten bleiben weiterhin zugänglich, was eine effektive Durchsetzung erschwert, und das Handelsvolumen für den Berliner Wahlmarkt hat bereits etwa 3 Millionen US-Dollar erreicht, was rund 2,6 Millionen Euro entspricht.
Rechtliche Rahmenbedingungen und behördliche Stellungnahmen
Deutsches Glücksspielrecht verbietet Wetten auf politische Ereignisse wie Wahlen oder Amtszeiten von Regierungsmitgliedern, und die GGL hat in offiziellen Erklärungen die Nutzung von Prediction-Market-Plattformen für solche Zwecke untersagt, wobei die Behörde auf die geltenden Vorschriften des Glücksspielstaatsvertrags verweist, die keine Ausnahmen für ausländische Anbieter in diesem Bereich vorsehen.
Die Behörde stellt fest, dass der Zugang zu diesen Plattformen für Nutzer in Deutschland nicht blockiert werden kann, da die Anbieter ihre Server außerhalb der EU betreiben und die technischen Möglichkeiten zur Sperrung begrenzt sind, was zu einer Situation führt, in der Verbote bestehen, aber die praktische Umsetzung kaum erfolgen kann.
Marktaktivitäten und Handelsvolumina
Die Wettmärkte auf Polymarket umfassen verschiedene Optionen zu den drei Landtagswahlen, darunter Prognosen über mögliche Wahlausgänge und Koalitionsbildungen, während parallel ein separater Markt zu einem vorzeitigen Ende der Amtszeit von Friedrich Merz eingerichtet wurde, der bis 2027 läuft, und die Handelsaktivitäten haben sich seit der Ankündigung der Wahlen kontinuierlich entwickelt.
Das Volumen von rund 3 Millionen US-Dollar allein für den Berliner Markt zeigt, dass Interesse an diesen Prognosen vorhanden ist, und ähnliche Märkte für Sachsen-Anhalt sowie Mecklenburg-Vorpommern weisen ebenfalls steigende Umsätze auf, wobei die Plattform die Wetten in Kryptowährungen abwickelt, was die Teilnahme für internationale Nutzer erleichtert.

Herausforderungen bei der Durchsetzung von Verboten
Die GGL erklärt, dass die Plattformen wie Polymarket gegen geltendes Recht verstoßen, doch die fehlende Möglichkeit zur effektiven Sperrung führt dazu, dass Nutzer weiterhin zugreifen können, und diese Konstellation wiederholt sich bei mehreren ausländischen Anbietern, die keine Niederlassung in Deutschland oder der EU unterhalten.
Beobachter der Glücksspielaufsicht weisen darauf hin, dass die Kombination aus dezentraler Technologie und internationaler Serverstruktur die Kontrolle erschwert, während die Behörde gleichzeitig darauf hinweist, dass Werbung oder direkte Vermittlung solcher Wetten in Deutschland ebenfalls untersagt bleibt.
Zusammenfassung der Faktenlage
Die beschriebene Situation zeigt, dass Prediction-Markets trotz bestehender gesetzlicher Verbote in Deutschland operieren können, dass die GGL die Aktivitäten als illegal einstuft, und dass das Handelsvolumen bereits signifikante Höhen erreicht hat, ohne dass eine unmittelbare Unterbrechung der Plattformen erfolgt.
Die Wahlen in Sachsen-Anhalt, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern im September 2026 sowie die Frage nach der Amtszeit von Friedrich Merz bilden dabei die zentralen Themen der aktuellen Märkte, und die Entwicklungen im Mai 2026 verdeutlichen, dass die Zugänglichkeit der Plattformen weiterhin gegeben ist.